William Shakespeare: "Ein Sommernachtstraum"
 
Der „Sommernachtstraum“ von William Shakespeare ist ein Feenmärchen. In der kürzesten Nacht des Jahres, der Mittsommernacht, geschehen allerlei zauberhafte Liebesdinge, Trolle tanzen hinter den Bäumen, Elfen huschen durch den leichten Schlaf. Aber das ist noch nicht alles, zumindest nicht bei Shakespeare.
 
Das Problem
Das Stück spielt in Athen und einem umliegenden Wald. Dort herrscht Theseus, der Herzog von Athen, welcher Hippolyta, die Königin der Amazonen, heiraten will. Außerdem erscheint der Athener Egeus zusammen mit seiner Tochter Hermia und Lysander, ihrem Geliebten. Auch Lysander liebt Hermia. Vater Egeus ist jedoch mit Lysander nicht einverstanden, er will, dass Hermia Demetrius heiratet – zumal Demetrius ohnehin in Hermia verliebt ist. Lysander ist aber Helena, Hermias Freundin, versprochen. Aber Helena will ihn gar nicht, sie ist in Demetrius verliebt. Egeus verlangt, dass seine Tochter Hermia bestraft werden solle, wenn sie seiner Forderung nicht nachgebe, Demetrius zu heiraten. Herzog Theseus schließt sich dem an: Bis zu seiner eigenen Hochzeit muss sich Hermia entscheiden. Nachdem Egeus und Demetrius zu einem vertraulichen Gespräch mit dem Herzog gebeten wurden, entwickeln Hermia und Lysander einen Plan, wie sie aus Athen fliehen können, um ihrer Liebe eine Chance zu geben. Als auch Helena nach Athen kommt, erzählt Hermia ihr von dem Plan, dass sie und Lysander sich am nächsten Tag im Wald treffen, um von dort aus zu fliehen.

 
Der Ort
Zur gleichen Zeit treffen sich in dem Wald sechs Handwerker, die unter der Leitung von Peter Squenz das Stück „Pyramus und Thisbe“ (nach Ovid) auf den Hochzeitsfeierlichkeiten von Theseus und Hippolyta aufführen wollen. Sie verteilen die Rollen und verabreden sich für den nächsten Abend zur Probe. An diesem Abend streiten sich der Elfenkönig Oberon und seine Gattin Titania im Wald. Titania hat einen indischen Knaben bei sich aufgenommen und Oberon ist eifersüchtig. Oberon will Titania einen Streich spielen und beauftragt seinen Elfen Puck, dass er eine besondere Blume aus dem Wald holen solle: Der Nektar dieser Blume – im Schlaf auf die Augenlider getropft – bewirkt, dass man sich in die erste lebende Kreatur verliebt, die man beim Aufwachen sieht. So soll es mit Titania geschehen. Während Puck unterwegs ist, um die Blume zu suchen, geraten auch die vier jungen Athener in den Wald: Hermia ist vor ihrem Vater in den Wald geflüchtet - zusammen mit ihrem Geliebten Lysander. Demetrius ist auf der Suche nach den beiden. Er wird verfolgt von Helena. Oberon beobachtet, wie sich Demetrius und Helena streiten und beschließt, dass Puck, wenn er wieder da ist, sich um die Athener kümmern und ihnen etwas Blumennektar auf die Augen träufeln soll. Wenig später findet Oberon die schlafende Titania und tropft ihr den Saft auf die Augen.

 
Die Lösung
Auch Hermia und Lysander haben sich im Wald schlafen gelegt. Bald darauf kommt Puck, der Lysander für den Mann hält, um den er sich kümmern sollte, und träufelt den Nektar auf seine Augenlider. Als dann Helena und Demetrius an dieselbe Stelle kommen und Helena Lysander sieht, läuft sie rasch zu ihm und weckt ihn auf. Lysander verliebt sich sofort in Helena und folgt ihr. Hermia ist allein. Die Handwerker kommen in den Wald und proben ihr Stück. Und Puck treibt Schabernack: Er verpasst Zettel einen Eselskopf und führt in zu Titania, die aufwacht und sich sofort in den Eselskopf verliebt. Oberon findet heraus, dass Puck die Athener Männer verwechselt hat und befiehlt, auch Demetrius noch Blumennektar in die Augen zu träufeln. Es kommt, wie es kommen muss: Danach sind Lysander und Demetrius in Helena verliebt. Puck soll nun das Durcheinander rückgängig machen. Er lässt alle vier Athener in der „richtigen Reihenfolge“ nebeneinander schlafen und träufelt ihnen noch einmal Nektar auf die Augen. Oberon befreit Titania von ihrer Liebe zu Zettel, dem Eselskopf. Am nächsten Morgen geben Theseus, Hippolyta und Egeus ihre Einverständnisse zu den Hochzeiten: Demetrius heiratet Helena, Hermia Lysander.



Von Franziska Brongkoll